Reichsformat & Klosterformat: Maße alter Ziegelsteine und Bedarf pro m²

Wer alte Ziegelsteine kauft, stößt schnell auf Begriffe wie Reichsformat, Klosterformat oder Normalformat. Hier finden Sie die wichtigsten Formate, ihre Maße, das Gewicht und eine einfache Rechnung, wie viele Steine Sie für Ihre Wand brauchen.

Die wichtigsten Ziegelformate im Überblick

Format Typische Maße (L × B × H) Einordnung
Reichsformat (RF) Nennmaß 25 × 12 × 6,5 cm 1872 im Deutschen Reich als einheitliches Format eingeführt; zwischen etwa 1850 und 1950 wurde der Großteil der Ziegel in diesem Format hergestellt
Klosterformat etwa 28–30 × 13–15 × 7–10 cm großformatige historische Steine; Maße je nach Region und Epoche unterschiedlich
Normalformat (NF) 24 × 11,5 × 7,1 cm heute übliches, nach DIN genormtes Format

Wichtig: Alte Steine weichen oft vom Nennmaß ab, weil Ziegeleien unterschiedlich gearbeitet haben und Ton beim Brennen schwindet. Unsere Steine im Reichsformat messen ca. 25 × 12,5 × 6,5 cm, im Klosterformat ca. 29 × 13 × 7 cm – Abweichungen bis ca. 15 % sind möglich.

Reichsformat und Normalformat – passt das zusammen?

Reichsformat und Normalformat unterscheiden sich in Länge und Höhe. In einer gemeinsamen Wandfläche fällt das an den Lagerfugen auf. Für Reparaturen und Erweiterungen von Altbaumauerwerk sollten Sie deshalb Steine im vorhandenen Format wählen – bei Altbauten meist alte Reichsformat-Ziegel.

Wie viele Steine brauche ich pro m²?

Für die Ansichtsfläche einer halbsteinigen Wand (Läuferverband, Wanddicke ungefähr gleich der Steinbreite) gilt:

Steine pro m² = 10.000 ÷ ((Steinlänge + Fuge) × (Steinhöhe + Fuge)), alle Maße in cm.

Format (Ansicht) Rechnung mit 1 cm Fuge Steine pro m²
Reichsformat, 25 × 6,5 cm 10.000 ÷ (26 × 7,5) ca. 51–52
Klosterformat, 29 × 7 cm 10.000 ÷ (30 × 8) ca. 42
Normalformat, 24 × 7,1 cm 10.000 ÷ (25 × 8,1) ca. 49

Bei einer einsteinigen Wand, in der die Steine auch quer als Binder liegen, verdoppelt sich der Bedarf ungefähr. Rechnen Sie bei alten Steinen außerdem 5–10 % Reserve für Bruch, Verschnitt und Sortierung ein.

Rechenbeispiel Gartenmauer

Eine freistehende Gartenmauer soll 10 m lang und 1,20 m hoch werden, einsteinig im Reichsformat:

  • Fläche: 10 m × 1,20 m = 12 m²
  • Steine: 12 m² × ca. 104 Steine (einsteinig) = 1.248 Steine
  • plus 10 % Reserve: rund 1.375 Steine
  • Gewicht: rund 1.375 × 3 kg ≈ 4,1 Tonnen

Freistehende Mauern werden häufig einsteinig ausgeführt. Lassen Sie Fundament und Standsicherheit bei größeren Höhen von einem Fachmann prüfen. Wie Sie beim Bau vorgehen, zeigt unsere Anleitung Gartenmauer aus alten Ziegelsteinen bauen.

Wie schwer ist ein alter Ziegelstein?

Unsere alten Ziegelsteine im Reichsformat wiegen rund 3 kg pro Stein; größere Formate wie das Klosterformat entsprechend mehr. Für die Planung heißt das: 1.000 Steine bringen etwa 3 Tonnen auf die Waage. Achten Sie deshalb auf eine tragfähige Zufahrt und eine ausreichend feste Lagerfläche, und planen Sie die Entladung – von Hand oder mit Gabelstapler – vorab ein.

Passende Steine

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