Alte Ziegelsteine lagern, reinigen und verarbeiten

Alte Ziegelsteine verhalten sich anders als neue Ware frisch aus dem Werk: Sie sind unterschiedlich gebrannt, tragen Mörtelreste und nehmen Wasser oft stärker auf. Mit diesen Schritten kommen Sie von der Anlieferung bis zur fertigen Wand.

1. Lieferung prüfen

Prüfen Sie die Ware direkt nach dem Abladen: Anzahl der Paletten, sichtbare Transportschäden, Format und Farbbild im Vergleich zu Ihrer Bestellung bzw. zum Musterstein. Fotografieren Sie Auffälligkeiten und melden Sie Beanstandungen umgehend – unter Kaufleuten gilt die unverzügliche Untersuchungs- und Rügepflicht nach § 377 HGB. Steine, die Sie beanstanden möchten, sollten Sie nicht verbauen.

2. Richtig lagern

Feuchtigkeit ist der größte Feind gelagerter Ziegel – vor allem im Winter, wenn nasse Steine durchfrieren. Deshalb:

  • Transportfolie nach der Lieferung entfernen – unter der Folie kann sich Feuchtigkeit sammeln.
  • Paletten auf festem, ebenem und trockenem Untergrund abstellen.
  • Von oben mit einer Plane abdecken, die Seiten aber belüften.
  • Über den Winter möglichst in einen trockenen Innenraum oder unter ein Dach.

3. Mörtelreste entfernen

Für ein ruhiges Fugenbild und eine gute Haftung sollten lose Mörtelreste vor dem Vermauern entfernt werden – mit Maurerhammer, Spachtel oder Drahtbürste. Für Außenwände empfehlen wir, die Steine vorher mit einem Hochdruckreiniger gründlich zu reinigen und anschließend abtrocknen zu lassen. Fest sitzende Reste, die zur Patina gehören, können bleiben, wenn sie beim Vermauern nicht stören.

4. Farben mischen

Alte Steine variieren in Farbe und Struktur – auch innerhalb einer Lieferung. Nehmen Sie beim Vermauern immer abwechselnd Steine von mehreren Paletten und aus verschiedenen Lagen. So verteilen sich hellere und dunklere Steine gleichmäßig, und es entstehen keine Farbinseln.

5. Vermauern

  • Stark saugende alte Ziegel vor dem Vermauern leicht anfeuchten, damit sie dem Mörtel nicht zu schnell das Wasser entziehen. Die Oberfläche sollte dabei nicht nass glänzen.
  • Für historisches Mauerwerk wird häufig Kalk- oder Kalkzementmörtel verwendet, der weicher ist als der Stein. Lassen Sie sich bei der Mörtelwahl vom Mörtelhersteller oder Ihrem Fachplaner beraten.
  • Fugen sauber ausbilden und Mörtelflecken auf der Ansichtsfläche sofort entfernen.
  • Nicht bei Frost oder starkem Regen mauern und frisches Mauerwerk vor Schlagregen schützen.

6. Außenwände und tragende Bauteile

Steine aus dem Rückbau haben in der Regel keine Prüfzeugnisse wie neu produzierte Ware. Für tragende Wände, Fassaden, Sockel und stark bewitterte Flächen sollte deshalb vorab geklärt werden, ob die Steine geeignet sind – im Zweifel durch Ihren Fachplaner. Eine Zusicherung für Frostbeständigkeit oder Tragfähigkeit geben wir nicht. Sprechen Sie uns vor einem solchen Einsatz bitte an.

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